Loading...

Werdegang und Fähigkeiten

  • Bäuerin und Betriebsleiterin Landwirtschaftsbetrieb

  • Trauerbegleiterin (Ausbildung bei Lebensgrund GmbH)

  • Die Weiterbildung «Mit Heilpflanzen durch die Traue» bei Flor Schmidt inspirierte mich, meine Abschlussarbeit zum Thema «Mit Pflanzen verbunden in der Trauer» zu schreiben.

  • Mitarbeiterin in einem Bestattungsunternehmen im Kanton Zug

  • Fachfrau Trauerfeiern und Abschiedsrituale (Ausbildung bei Lebensgrund GmbH)

  • Mitglied Fachkreis Trauerfeiern& Abschiedsrituale nach Lebensgrund

  • Laufend Weiterbildungen und Themenvertiefungen

Über die Lebensgärtnerin Gertrud Knüsel-Arnold

Jeder Grashalm hat seinen Engel, der sich über ihn beugt und ihm zuflüstert: Wachse! Wachse!

aus dem Talmut

Ich bin auf einem Bauernhof im Kanton Schwyz aufgewachsen – als Jüngste von fünf Schwestern, verbunden mit der Natur und unseren Tieren. Schon als Kind erlebte ich Geburt, Krankheit, Sterben und Tod bei unseren Tieren. Dort ist damals etwas in mir gewachsen: ein stilles Interesse für die Übergänge des Lebens und für das, was Menschen in diesen besonderen Zeiten bewegt.

Später durfte ich bei der Spitex und im Pflegeheim Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleiten. Auch mein eigenes Leben hat mich durch Verluste, schwierige Erfahrungen und persönliche Veränderungen geführt. Dabei habe ich erfahren, dass Trauer nicht nur mit dem Tod eines Menschen zu tun hat. Auch Abschiede, zerbrochene Beziehungen, unerfüllte Wünsche und das Loslassen von Vertrautem können uns tief berühren.

Mein eigener Lebensweg und die Erkenntnis, dass ich meine eigene Lebensgärtnerin bin, und dadurch Verantwortung für mich und mein Feld, indem ich mich bewege trage, lehrte mich geduldig und demütig sein. Mein Blumen-und Gemüsegarten liess mich neu erleben, was es heisst, Verantwortung für einen Stück Land zu haben und dass unser zyklisches Leben als leibliche Wesen nur eine kleiner Teil im grösseren Ganzen ist. Manchmal braucht es Zeit hinzuschauen, Altes dortzulassen und Neues im Leben zu begrüssen.

Heute begleite ich Menschen in ihrer Trauer ein Stück weit – Ich bin dabei geborgen zwischen Himmel und Erde und in der Haltung voller Würde, des Mitgefühls und der Liebe – bestärkend, ermutigend und ressourcenorientiert. Ich möchte Raum geben für das, was gerade da ist: für Schmerz und Tränen, für Erinnerungen und Dankbarkeit, für Fragen, Stille und manchmal auch für ein Lächeln.

Ich glaube nicht daran, dass Trauer „überwunden“ oder gar eine verstorbene Person losgelassen werden muss. Vielmehr darf sie einen neuen Platz im Leben derer, die dableiben, finden.